Bücher, die mich geprägt haben
Unter anderem diese Bücher haben meine Sicht auf Führung, Zusammenarbeit, Lernen und persönliche Entwicklung geprägt. Manche haben mich inspiriert, andere herausgefordert oder zum Nachdenken gebracht. Die Gedanken, Geschichten und Modelle daraus begleiten mich bis heute und fliessen in meine Arbeit mit Führungskräften und Teams ein. Die folgende Einschätzungen sind bewusst persönlich. Sie spiegeln nicht die Inhalte der Bücher vollständig wider, sondern das, was ich für mich daraus mitgenommen habe.
Die entscheidenden 90 Tage
Michael Watkins

Darum empfehle ich es
Watkins beschreibt eindrücklich, wie prägend die ersten 90 Tage in einer neuen Rolle sein können. Für mich lassen sich diese in drei Phasen zusammenfassen: beobachten und verstehen, erste Impulse setzen und schliesslich die eigene Rolle bewusst gestalten. Besonders angesprochen hat mich die Idee, dass Vertrauen und Glaubwürdigkeit zunächst wichtiger sind als schnelle Veränderungen.
Was mich daran geprägt hat
Ich habe dieses Buch leider erst nach mehreren Jahren in Führungsverantwortung gelesen. Dabei wurde mir bewusst, wie viele Dinge ich in meinen ersten Monaten als Führungskraft heute anders angehen würde. Für mich war es eine Erinnerung daran, wie wichtig Zuhören, Verstehen und Geduld sind, bevor man Veränderungen anstösst. Diese Erkenntnis beeinflusst meinen Alltag bis heute.
Führung beginnt bei dir
Withney Beer

Darum empfehle ich es
Dieses Buch vermittelt Führungswissen nicht über Modelle und Checklisten, sondern über eine Geschichte. Die Autorin verbindet Erkenntnisse aus Selbstführung, Kommunikation, Teamarbeit und positiver Psychologie zu einem verständlichen und praxisnahen Führungsverständnis. Besonders angesprochen hat mich die zentrale Botschaft, dass Führung nicht bei anderen beginnt, sondern bei der eigenen Haltung und dem Umgang mit sich selbst.
Was mich daran geprägt hat
Für mich wurde deutlich, dass gute Führung nicht primär durch Macht, Status oder Fachwissen entsteht, sondern durch Selbstreflexion, Authentizität und echtes Interesse an anderen Menschen. Dieser Gedanke begleitet mich bis heute in der Zusammenarbeit mit Teams und Führungskräften.
Musterbrecher
Dirk Osmetz, Stefan Kaduk und Hans A. Wüthrich

Darum empfehle ich es
Das Film/ Das Buch zeigt Menschen und Organisationen, die bewusst mit etablierten Mustern brechen und dadurch neue Wege der Zusammenarbeit ermöglichen. Anstelle von Kontrolle und Standardlösungen stehen Vertrauen, Eigenverantwortung und Experimentierfreude im Mittelpunkt. Besonders spannend fand ich, dass die Beispiele nicht theoretisch bleiben, sondern aus realen Organisationen stammen.
Was mich daran geprägt hat
Das Buch hat mich darin bestärkt, vermeintliche Selbstverständlichkeiten immer wieder zu hinterfragen. Für mich entstand daraus die Erkenntnis, dass viele Herausforderungen nicht mit denselben Denkmustern gelöst werden können, durch die sie entstanden sind. Seither versuche ich in der Führung und Zusammenarbeit weniger auf fertige Antworten und stärker auf gute Fragen zu setzen.
Der kleine Prinz
Antoine de Saint-Exupéry

Darum empfehle ich es
Auf den ersten Blick ist es ein Kinderbuch, beim zweiten Lesen ein Buch über das Menschsein. Der kleine Prinz erzählt von Neugier, Freundschaft, Verantwortung und der Fähigkeit, die Welt nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen zu betrachten. Gerade weil die Geschichte so einfach erzählt ist, regt sie immer wieder zum Nachdenken an.
Was mich daran geprägt hat
Der Satz „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ begleitet mich seit vielen Jahren. Das Buch erinnert mich daran, dass hinter Zahlen, Prozessen und Ergebnissen immer Menschen stehen. Gerade im Führungsalltag hilft mir dieser Gedanke, Beziehungen, Vertrauen und echte Aufmerksamkeit nicht aus dem Blick zu verlieren.
Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing

Darum empfehle ich es
Die berühmte Ringparabel gehört für mich zu den eindrücklichsten Geschichten über Toleranz, Respekt und den Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen. Lessing stellt die Frage, wer im Besitz der Wahrheit ist, und kommt zu einer Antwort, die bis heute aktuell wirkt: Entscheidend ist nicht, wer Recht hat, sondern wie Menschen miteinander umgehen. Gerade in einer Zeit, in der Meinungen oft polarisieren, lädt das Buch dazu ein, neugierig zu bleiben und andere Perspektiven ernst zu nehmen.
Was mich daran geprägt hat
Die Ringparabel erinnert mich immer wieder daran, dass meine Sichtweise nur eine von vielen möglichen Perspektiven ist. Für mich war und ist das eine wichtige Lektion in Demut. Viele gute Entscheidungen entstehen nach meiner Erfahrung dann, wenn unterschiedliche Meinungen gehört und ernst genommen werden. Er erinnert mich daran, nicht zuerst nach der richtigen Antwort zu suchen, sondern nach einem besseren Verständnis füreinander.
Sorge dich nicht – lebe!
Dale Carnegie

Darum empfehle ich es
Dieses Buch zeigte mir wie wir mit Sorgen, Ängsten und belastenden Gedanken umgehen können. Dale Carnegie beschreibt keine komplizierten Methoden, sondern praktische Haltungen und Denkanstösse für den Alltag. Besonders wertvoll finde ich die Erinnerung, die eigene Energie auf das zu richten, was wir beeinflussen können, anstatt uns in möglichen zukünftigen Problemen zu verlieren.
Was mich daran geprägt hat
Dieses Buch hat meinen Blick auf Sorgen nachhaltig verändert. Für mich wurde deutlich, wie viel Zeit und Energie manchmal in Gedanken über Dinge fliesst, die am Ende gar nicht eintreten. Seither versuche ich, mich weniger mit möglichen Problemen von morgen und mehr mit dem nächsten sinnvollen Schritt von heute zu beschäftigen. Dieser Perspektivenwechsel hilft mir, gelassener zu bleiben und auch in anspruchsvollen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Das Kind in dir muss Heimat finden
Stefanie Stahl

Darum empfehle ich es
Das Buch erklärt anschaulich das Konzept des Schattenkindes und des Sonnenkindes. Unsere Erfahrungen aus der Kindheit prägen, wie wir denken, fühlen und handeln. Wer diese Muster versteht, kann hinderliche Überzeugungen erkennen und neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen entwickeln.
Was mich daran geprägt hat
Das Buch hat mich echt herausgefordert. Viele Reaktionen im Erwachsenenalter haben ihre Wurzeln in früheren Erfahrungen. Besonders die Idee des Sonnenkindes hat mich angesprochen. Anstatt nur auf Schwächen und Verletzungen zu schauen, erinnert das Buch daran, die eigenen Stärken, Ressourcen und die unbeschwerten Seiten in sich selbst wiederzuentdecken. Das hilft mir, Menschen mit mehr Verständnis und weniger vorschneller Bewertung zu begegnen.
Die subtile Kunst des Daraufscheißens
Mark Manson

Darum empfehle ich es
Dieses Buch hat mich getriggert. Mark Manson zeigt, dass ein erfülltes Leben nicht dadurch entsteht, dass alles positiv ist, sondern dass wir bewusst entscheiden, welche Probleme und Herausforderungen unsere Aufmerksamkeit wirklich verdienen. Wir können nicht alles kontrollieren, aber wir können wählen, worauf wir unsere Energie verwenden.
Was mich daran geprägt hat
Das Buch hat mich darauf hingewiesen, dass nicht jeder Konflikt gelöst, nicht jede Aufgabe erledigt und nicht jede Erwartung erfüllt werden muss. Ich hadere aber noch immer täglich damit. Es bedeutet für Mich, Prioritäten zu setzen, Grenzen zu ziehen und den Mut zu haben, auch einmal stehen zu lassen. Wer es allen recht machen will, verliert sich oft selbst.
Wagnisse des Lernens
Astrid Habiba Kreszmeier & Hans-Peter Hufenus

Darum empfehle ich es
Dieses Buch hat mein Verständnis von Lernen und Entwicklung wesentlich geprägt. Die Autor:innen zeigen, dass Lernen immer mit Unsicherheit, Mut und dem Verlassen vertrauter Wege verbunden ist. Wirkliche Entwicklung entsteht nicht durch Belehrung, sondern durch Erfahrungen, Beziehung und die Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen.
Was mich daran geprägt hat
In diesem Buch habe ich viele Gedanken wiedergefunden, die heute meine Arbeit prägen. Lernen bedeutet, sich auf einen Weg einzulassen, dessen Ausgang noch nicht feststeht. Genau deshalb setze ich in der Arbeit mit Führungskräften und Teams auf Naturerfahrungen, Reflexion und gemeinsame Erlebnisse statt auf reine Wissensvermittlung. Menschen lernen am nachhaltigsten, wenn sie etwas selbst erfahren, deuten und in ihr eigenes Leben übersetzen.
Gewaltfreie Kommunikation
Marshall B. Rosenberg

Darum empfehle ich es
Marshall Rosenberg beschreibt einen Ansatz, wie Menschen auch in schwierigen Situationen respektvoll, ehrlich und verbindend miteinander umgehen können. Im Zentrum steht die Idee, hinter Vorwürfen, Konflikten und unterschiedlichen Positionen die zugrunde liegenden Bedürfnisse wahrzunehmen. In vier Schritten empfehlt Rosenberg folgendes Vorgehen:
1. Beobachten, nicht urteilen
2. Gefühle erspüren
3. Das Bedürnis benennen
4. Eine bitte formulieren
Das Buch regt dazu an, Kommunikation nicht als Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen zu verstehen, sondern als Möglichkeit, echte Verbindung und gegenseitiges Verständnis entstehen zu lassen.
Was mich daran geprägt hat
Dieses Buch hat meinen Blick auf Konflikte und zwischenmenschliche Spannungen nachhaltig verändert. Als jüngstes von drei Geschwistern habe ich früh gelernt, auf andere zu achten. Die eigenen Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen und ihnen eine Stimme zu geben, durfte ich erst später lernen und andern geht es vielleicht genau gleich oder auch genau umgekehrt. Das Buch erinnert mich daran, dass es sich lohnen kann, den Dingen auf den Grund zu gehen.